2015/12/03

#12 BROWN EYES

I just mentioned the people. Indian people with their amazing big brown eyes, watching you. I mean, your a tourist, of course they watch you. How could they even resist watching somebody carrying their beauty idol of white skin and those western-looking face ?
Those big brown eyes, staring at you. Full of envy, full of curiosity, full of desire.
Each of those can tell you stories, stories we probably couldn't imagine.
We western people. Western people full of affluence, full of ignorance, full of shame.
They watch us, still, calm, justified. And we would maybe give them a squint back, maybe. But maybe we don't even glance back, as we are scared by all those stories we heard from India (especially as a woman). But we could never give them the same look, the same expression as we get.
When I came to India I was really scared. Not only because of that I am a women, but because of that I was just about to visit those poor country, and even though I would act as a volunteer there, to be honest I just visited, just tried to get a look. I, as I am one of those 'rich' western people, I would just go there to look, to get an insight of their country, their live and their amazing culture. To leave afterwards and continue living my high-standard life in Germany.
Actually that's loathsome.
But I did it. And I experienced the feeling of being followed by those brown eyes.
In the beginning, I was scared to glance back. With time I started to try. And in the end I realized that I am incapable to do it.
I am not worth doing the same as they do. How could I. I got no clue of life, no clue of their life. My eyes cant tell them a dignified story back.
Exactly these poor people, those people who appear to have almost nothing, maybe craving for food or a place to sleep from day to day, those people are the most rich ones in the entire world.
They know how to be happy. How to feel pure happiness.
Every time I am happy, I am happy because. Because of something, I need a reason. They don't.
They don't need anything to be happy, just themselves and those beautiful world we all live in.

It is a shame to visit India. It is absolutely selfish. It is amazing for yourself, for your lost, filthy soul which can may get waked up, may get clean, may get improved in a beautiful way.
But it's the worth you can do for the people. You just do a catwalk, carrying your Chanel bag and your Gucci shoes along their broken street. You are showing the lion, who was locked away for his entire life how happy you are, as you are a free one enjoying all your opportunities, all those advantages life gifted you. The lion didn't know before. He was happy, living a great life in ignorance.

|| I travel to lose myself and then to find myself again ||

As older the people get, the less their eyes gleam.

Ueber die Menschen in Indien habe ich bereits ein wenig geschrieben, konnte es mir nicht verkneifen diese wunderschoenen grossen braunen Augen zu erwaehnen.
Jeder dort schaut dich an. Selbstverstaendlich, du bist ein Tourist, eine Attraktion, du bist das asiatische Schoenheitsideal mit deiner weisser Haut und den westlichen Gesichtszuegen.
Riesige braune Augen ruhen auf dir. Voller Interesse, voller Begirde, voller Neid.
Sie erzaehlen Geschichten von denen wir im Westen wohl nicht einmal traeumen koennen.
Wir Westler. Voller Neugier, voller Ueberfluss, voller Scham.
Sie beobachten uns leise, gelassen, absolut berechtigt. Vielleicht wagen wir es ihren Blick fluechtig zu erwiedern, vielleicht. Vermutlich scheuen wir uns aber doch, eingeschuechtert von all den abschreckenden Geschichten die uns von den Medien eingefloesst werden agieren wir als deren Marionetten, zu aengstlich um uns der Realitaet zu stellen.
Als ich realisiert habe dass mein Weg mich nach Indien fuehrt hatte ich Angst, nicht einmal wegen all diesen Horrogeschichten, aber weil ich , trotz der Freiwilligenarbeit, doch nur ein Tourist sein wuerde. Ich wuerde mir dieses Arme Land einfach anschauen, mich mit dem Leben, der Umwelt und der Kultur dort vertraut machen. Dann wuerde ich zurueck nachhause gehen und meinen westlichen Luxus weiterleben.
Wiederlich, absolut wiederlich.
Aber ich habe es getan, habe mich von den braunen Augen verfolgen lassen.
Anfangs hatte ich Angst ihren Blick zu erwiedern, spaeter fing ich an erste Versuche zu wagen und am Ende habe ich festgestellt dass es unmoeglich ist. Wie koennte ich solch einen Blick erwiedern, meine Augen haben keine annaehrend erwuerdige Geschichte zu erzaehlen.
Menschen die nichts zu besitzen haben, vielleicht jeden Tag ums Ueberleben kaempfen, sich Essen und Unterkunft erkaempfen muessen, diese Menschen sind unglaublich reich.
Wenn ich gluecklich bin (was nebenbei selbstverstaendlich auch falsch gesagt ist - Glueck ist meines Empfindens nach kein Zustand), wenn ich gluecklich bin dann gibt es dafuer einen Grund, vermutlich mehrere. Irgendeinen Grund. Gluecklich weil.
Diese Menschen brauchen keinen Grund, sie brauchen nur sich und die Welt um sich herum.
Pures Glueck.

Meiner Meinung nach ist es eine Schande nach Indien zu reisen. Egoistisch. Eine unglaubliche Erfahrung fuer dich selbst, eine Bereicherung, eine Verschoenerung, vielleicht sogar eine Bereinigung deiner beschmutzten Seele. Aber vielleicht das schlimmste dass du den wunderbaren Menschen dort antun kannst. Du betrittst deren kaputte Strassen, stolzierst durch sie mit deinen Markenklamotten. Du zeigst dem Loewen im Kaefig wie gut du es hast, wie gesegnet du bist. Du als freier Loewe, beschenkt mit allen Moeglichkeiten die das Leben fuer dich vorgesehen hat. Aber der Loewe war gluecklich, er wusste nicht was er nicht hat, er kannte es nicht.

|| Ich reise um mich selbst zu verlieren und dann wieder zu finden ||

Je aelter die Menschen in Indien sind, desto weniger strahlen ihre Augen.